Schuljahres-Ende: Kinder und Jugendliche müssen mit Sorgen nicht allein bleiben
Ein verlässliches Netz aus Unterstützungsangeboten ist essenziell
Wuppertal, 24.06.2026. Mit der Ausgabe der Jahreszeugnisse endet für Millionen Schüler*innen ein weiteres Schuljahr. Während viele dem Ferienbeginn entgegenfiebern, erleben andere die Zeugniszeit mit Druck, Sorgen oder Ängsten. Zeugnisse und schulische Leistungen können für Kinder und Jugendliche eine große Belastung darstellen – insbesondere dann, wenn hohe Erwartungen, Versagensängste oder Konflikte im familiären Umfeld hinzukommen.
Die Erfahrungen der „Nummer gegen Kummer“ zeigen, dass Leistungsdruck, Prüfungsstress, Mobbing und psychische Belastungen viele junge Menschen nicht nur zum Schuljahresende, sondern das ganze Jahr über beschäftigen. Das Deutsche Schulbarometer (1) bestätigt diesen Trend: Rund ein Viertel der Kinder und Jugendlichen fühlt sich psychisch belastet. Auch die Bundesschülerkonferenz machte mit ihrer Kampagne „Uns geht’s gut?“ auf die schwierige mentale Situation vieler junger Menschen aufmerksam.
Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig wissen, wo sie Unterstützung finden können. Ein aktuelles Beispiel ist die Kooperation zwischen dem Hessischen Kultusministerium und der „Nummer gegen Kummer“. Seit Mai werden an allen hessischen Schulen Plakate und Sticker verteilt, die auf die Beratungsangebote aufmerksam machen. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen und den Zugang zu Hilfe niedrigschwellig zu gestalten.
„Kinder und Jugendliche brauchen ein verlässliches Netz aus Unterstützungsangeboten. Dazu gehören Ansprechpersonen in der Schule ebenso wie unabhängige und anonyme Beratungsangebote außerhalb des unmittelbaren Umfelds“, so Gisela Wetzel-Willert, Vorstandsvorsitzende des Dachverbandes Nummer gegen Kummer e.V.
Auch bundesweit unterstützt die „Nummer gegen Kummer“ Schulen dabei, Hilfsangebote sichtbar zu machen und Gespräche über Sorgen und Belastungen zu fördern. Die kostenfreie SCHULBOX bietet Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften Materialien, um den Umgang mit Problemen, Krisen und Unterstützungsangeboten im Schulalltag zu thematisieren. Die SCHULBOX wurde in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelt.
Auch der Kinderschutzbund Speyer beteiligt sich mit seinen ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern am Gesprächsangebot der Nummer gegen Kummer: wochentags zwischen 14 und 20 Uhr sind die Telefonberatenden unter der kostenlosen Telefonnummer 116 111 zu erreichen. Die Beratung ist anonym.
(1) Robert Bosch Stiftung (2026). Deutsches Schulbarometer: Befragung Schüler:innen 2025. Ergebnisse von 8- bis 17-Jährigen und ihren Erziehungsberechtigten zu Wohlbefinden, Unterrichtsqualität, Partizipationsmöglichkeiten und (Cyber-)Mobbing. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung.
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